Lesung der Heiligen Nacht


 

 

 

 

 

 

Prälat Max Eham (1915-2008)

 

 

Domkapellmeister in Freising und München (1949-1990) war seiner Heimat Parsberg bei Miesbach und dem bayerischen Oberland eng verbunden.

 

Daher verwundert es nicht, dass das Max-Eham-Archiv in der Freisinger Dombibliothek unter dem reichen Schatz an Kompositionen für die kirchliche Liturgie einige Stücke birgt, die seine Verwurzelung im kulturellen Heimatboden auch musikalisch zeigen.

 

So findet sich neben Instrumentalstücken für festliche und gesellige Anlässe (u.a. Blasmusik und Tanzmusik für Bläser und Streicher) auch Chormusik mit Texten in bayerischer Mundart.

 

Schon in seinen frühen Freisinger Jahren hat Max Eham die Gesänge zur „Heiligen Nacht“ von Ludwig Thoma (1867-1921) für 4stg. gem. Chor und Klavier vertont.

 

Die 1917 entstandene Weihnachtslegende des in Oberammergau geborenen Schriftstellers erfreut sich bis heute großer Beliebtheit. Ihre Wirkung rührt wohl gerade daher, dass sie dem Hörer das „heilige Geschehen“ so nahe bringt – einmal, indem sie die biblischen Szenen aus dem fernen Palästina in die bäuerlich-dörfliche Wirklichkeit Altbayerns verlagert; und zum anderen da- durch, dass der Dichter die biblische Geschichte so plastisch auszumalen versteht im zugleich kraft- und gefühlvollen Volkston seiner oberbayerischen Mundart: Mitten im so Vertraut-Alltäglichen – das Göttliche.

 

Zum gewohnten Klangbild heutiger Darbietungen gehört, dass die lyrischen Zwischenstücke als Drei- oder Viergesangweisen im sog. Natursatz vorgetragen wer- den. Max Eham hingegen gestaltet die fünf Gesänge quasi mit den kompositorischen Mitteln der Kunstlied- Tradition: Der Vortrag wechselnder Solostimmen wird eingerahmt oder kommentiert vom 1- bis 4stg. gemischten Chor, wobei der Klavierpart motorisch und harmonisch die Atmosphäre des Textes, sozusagen seinen Grundklang, intensiviert oder auch tonmalerisch die Bilder des Erzählten illustriert.

 

Die Vertonung macht auf ihre Weise deutlich, dass die Dichtung nichts mit dem geläufigen Schema vom „Gefällig-Alpenländischen“ und mit sentimentaler Gemütlichkeit zu tun hat. Die bayerische Mundart hat in Klang und Farbe ja viele Nuancen des Ausdrucks für das Rauhe und das Feine, für das Laute und das Leise, für das Direkte und das Verborgene. Die Musik Max Ehams spürt diesen Temperierungen des Bayerischen nach.

 

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Wann: Samstag, 21. Dezember 2020

Uhrzeit: 17:00 Uhr

Ort: Pfarrkirche St. Johann Baptist, München Haidhausen

Johannisplatz (Max-Weber-Platz)

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 Der Eintritt ist frei. Spenden für die Pilgerstiftung sind herzlich erbeten.

- keine Platzreservierung möglich -